Sibylle Kneuer
DAS KULTURBÜRO.

Mentoren 

  • Werner  Loibl, Glasforscher und Leiter des Spessartmuseums Lohr am Main, verstorben 24. März 2014
Vortrag von Werner Loibl über die Geschichte der Glashütte (Fabrik)- Schleichach 2006

Werner Loibl, der viele Jahre lang das Spessartmuseum in Lohr am Main leitete, war nicht nur ein passionierter und sehr erfolgreicher Glasforscher, sondern auch ein Förderer junger Wissenschaftler. Auch ich durfte als Studienabgängerin im Jahr 1992 ein Praktikum im innovativen Spessartmuseum machen, das mit seinen Inszenierungen in der Ausstellung "Mensch und Wald" wegweisend war. Werner Loibl hatte immer ein offenes Ohr, war ein Fachmann ohne jegliche Allüren, umgänglich und charismatisch.

Über viele Jahre bestand ein fachlicher, aber auch freundschaftlicher Kontakt zwischen uns. Er war Gründer des Unterfränkischen Museumstags und vieler anderer Initiativen, so einer gemeinsamen Museumskonzeption im Landkreis Main-Spessart, das heißt einer inhaltlichen Abstimmung der Museen. Die Stelle der Museumsfachkraft im Landkreis Haßberge, die ich von 1998-1999 innehaben durfte, geht letztendlich auf diese Ideen zurück.
Besonders aber ist mir sein Vortrag, den er 1997 im Mainfränkischen Museum hielt, in Erinnerung. Er trug den provokanten Titel: "Provinzmuseum und Museumsprovinz- Heimatkultur in der erfolgsorientierten Marktwirtschaft". Loibl konnte provozieren, aber auch verbinden. Er hat sehr gut die Besonderheiten der Kulturarbeit auf dem Land bereits damals präzise analysiert.
Viele Male kam er nach Fabrikschleichach in den Steigerwald im Landkreis Haßberge, um dort Vorträge zur Geschichte der Glashütte zu halten, zuletzt 2006, anlässlich des 300-jährigen Ortsjubiläums. Damals habe ich den Vortragenden mit einer Laudatio überrascht, zu der ich meinen ganzen Mut zusammen genommen hatte. Mit Erfolg!
Leider verstarb Werner Loibl viel zu früh im Jahr 2014.


  • Landrat a.D. Rudolf Handwerker (* 1944, Landrat bis 2014)


Er war immer ein großer Unterstützer der Kultur und Kulturarbeit im Landkreis, schuf die ersten hauptamtlichen Stellen im Landratsamt. Die Projekte der Kulturvernetzung und Sichtbarmachung der Kulturszene gelten heute noch als vorbildlich. Auch im Bereich der Denkmalpflege hat er viele wegweisende Projekte vorangetrieben, wie die Erhaltung der Burgen und Schlösser im Kreis. In ihm hatte ich immer einen begeisterten Unterstützer und "Ermöglicher".  Ihm gilt meine ganz besondere Wertschätzung und Dank!


  • Dr. Ulrich Nefzger, a. o. Univ.-Prof. für Kunstgeschichte an der Universität Salzburg, verstorben 2. Februar 2019

Ulrich Nefzger, ein Enkelschüler des berühmten Kunsthistorikers Hans Sedlmayr, war Dozent für Kunstgeschichte in Salzburg. Bei einem Gastsemester an der Universität Würzburg durfte ich ihn kennen lernen. 

Seine Vorlesungen waren ein Erlebnis: nicht nur kunstgeschichtliche Fakten und Zahlen wurden benannt, sondern er stellte einen Gesamtzusammenhang her zwischen Kunst, Zeitgeschichte, Sozialgeschichte und Philosophie. Diese Herangehensweise war einmalig, sehr emotional und tiefgehend, und ist mir bis heute ein Vorbild. Sie hat mich so überzeugt, so dass ich meine Magisterarbeit bei a.o. Univ.-Prof.  Dr. Ulrich Nefzger geschrieben habe und deshalb zum weiteren Studium nach Salzburg gewechselt bin wo ich 1991 mit dem Magister abschloss. Die Magisterarbeit über religiöse Malerei im 19.Jahrhudnert wurde im Jahrbuch für Christliche Kunst veröffentlicht.